„Preissenkung“ der Stadtwerke – eine Mogelpackung?
„Preissenkung“ der Stadtwerke für Gas - Kundenkarte
Die sogenannte Gaspreissenkung ist eine Mogelpackung, die Kundenkarte eine Verbilligung für wenige Bürger, die vorher von allen bezahlt wurde – jetzt werden Teile des zu hoch eingefahrenen Gewinns unter Abzug von hohen Verwaltungskosten in bestimmten Bereichen und an bestimmte Personen „zurück gegeben“.
Norbert Rehm (AKTIVE BÜRGER)
„Der ganz normale Menschenverstand“ sagt: Die Bürger werden abgezockt und für dumm verkauft
Gaspreis ist Mogelpackung / Kundenkarte ist eine Vertuschung und sozial nicht ausgewogen
Aalen. (NR). Als eine erfreuliche Nachricht wird den Bürgern kurz vor der Wahl eine Preissenkung für Gas zum 1. Juli angekündigt. Nur ganz nebenbei: Die völlig überhöhten Strompreise werden „großzügig vergessen“. Dies ist - so Stadtrat Norbert Rehm von den AKTIVEN BÜRGERN - eine Mogelpackung und eine Verdummung der Bevölkerung. Tatsache ist – so Rehm in einer Pressemitteilung auf die Ankündigung der Stadtwerke vom 20.5. 09 – dass die Preisspirale nach oben sofort funktioniert. So hätte man in diesem Winter die höchsten Gaspreise aller Zeiten gehabt, während der Öl-preis so niedrig wie seit 3 Jahren nicht mehr war. Die Bindung des Gaspreises an den - gesunkenen - Ölpreis funktioniere bei der Senkung allenfalls nur zum Teil und sehr stark zeitversetzt.
Norbert Rehm: In Zeiten des hohen Verbrauchs sehr schnell rauf – und im Sommer, wenn die Heizperiode vorbei ist ein klein wenig runter. Macht unter dem Strich ein fettes Geschäft.
Eine von den GRÜNEN im Bundestag beauftragte Studie habe ergeben, dass die von den Versorgungsunternehmen „geplanten“ Preissenkungen im 2. Quartal (Aalen macht diese Senkung aber erst im dritten Quartal) ca. 12 % ausmachen würden. Entsprechend der Entwicklung wäre aber eine Senkung bis 24 % möglich. Was in Aalen gemacht wird ist eine Mogelpackung in doppelter Hinsicht. Dafür haben die Stadtwerke nunmehr eine Kundenkarte eingeführt, mit der man verbilligt ins Freibad darf. Rehm: Es ist natürlich zu begrüßen, wenn die Bürger Vergünstigungen erhalten. ABER: Welchen Sinn macht es denn, wenn die Bürger zuerst mit einem hohen Gaspreis abgezockt werden um danach einen kleinen Teil als Ermäßigung für den Besuch im Freibad zu bekommen. Es ist auch Unsinn, 66.ooo Aalener Bürger in eine Kundenkarte einzubinden und dafür hohen Verwaltungskosten zu produzieren, damit die Bürger teilweise das als „Vorteil“ erhalten, was sie zuvor und zu viel bezahlt haben.
Unter sozialen Gesichtspunkten ist dieses System zudem noch unanständig: so zahlt z. B. die alleinerziehende Mutter hohe Heizkosten und kann sich dann die Freibadkarten für die Kinder überhaupt nicht mehr leisten. Der Lehrer Ihrer Kinder erhält dafür verbilligten Eintritt ins Freibad.
Als einen Unsinn bezeichnete der AKTIVEN – Stadtrat auch die Tatsache, dass bald jeder Schüler die Geldbörse voller Kunden- und Rabattkarten habe. Und jetzt preisen die Stadtwerke eine zusätzliche Karte noch als Erfolg. Hier wäre es an der Zeit, dass die von den AKTIVEN vorgeschlagene Aalencard als gemeinsame Kundenkarte aller Bürger in Aalen eingeführt wird, um Aalen insgesamt als „Marke“ zu verkaufen. Dies interessiere aber die völlig überforderte Verwaltungsspitze nicht, die Stadtwerke hätten leider den Vorschlag schon abgelehnt.
Als eine nicht zu akzeptierende Drohung bezeichnete Norbert Rehm den Vorschlag des Stadtwerkedirektors, evtl. Festpreise beim Gas einzuführen und die Entscheidung – und somit das Risiko – alleine beim Bürger abzuladen.
Norbert Rehm: Die Stadtwerke gehören allen Bürgern. Der AKTIVEN-Stadtrat verlangt erneut, Grundsatzentscheidungen dem Aufsichtsrat wegzunehmen und den Gemeinderat in öffentlicher Sitzung über elementare Fragen entscheiden zu lassen. Die Stadtwerke gehören den Bürgern und nicht Geschäftsführung und Oberbürgermeister.
Hier die Veröffentlichung – RTL am 15.4.09
RTL 15.4.09
Sauerei! Gasmultis verweigern Preissenkungen
Wird den Verbrauchern etwa auf der Nase herumgetanzt? Die Gasversorger geben die möglichen Preissenkungen laut einer von den Grünen in Auftrag gegebenen Studie nur zur Hälfte an die Verbraucher weiter. Für das zweite Quartal 2009 hätten sie Preissenkungen von nur etwa 12 Prozent angekündigt, heißt es in der Studie der Energieexperten Gunnar Harms und Uwe Leprich.
Dagegen wäre nach der Entwicklung der Ölpreise eine Preisermäßigung von 24 Prozent angemessen. "Damit erzielen die Gasversorger ungerechtfertigte Mehrerlöse von mehreren 100 Millionen Euro allein im 1. Halbjahr", heißt es in der Studie.
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Kunden mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden würden so - noch ohne Mehrwertsteuer - um jährlich 150 Euro mehr belastet. Die Gaspreise folgen üblicherweise den Ölpreisen mit dem Abstand von einem halben Jahr. Der Ölpreis sinkt seit Monaten jedoch drastisch. In der Studie wurden fünf große Versorger unter die Lupe genommen - darunter die Berliner Gasag, der Oldenburger Energiekonzern EWE, die Helmstedter E.ON-Tochter Avacon, die Rheinenergie Köln und die Münchner Erdgas Südbayern.
Der Berliner Versorger GASAG wies den Vorwurf zu hoher Gaspreise zurück. Es stimme nicht, dass das Unternehmen Senkungen beim Einkaufspreis nicht an die Kunden weitergebe, sagte GASAG-Sprecher Klaus Haschker. Er wies auf methodische Mängel der Studie hin. Es würden Durchschnittspreise gebildet und auf das Jahr 2009 hochgerechnet. Eine bereits angekündigte nochmalige Preissenkung in diesem Jahr bleibe unberücksichtigt.
Schlechte Nachrichten gibt es auch für Strom-Verbraucher: Einer Branchenumfrage zufolge können diese 2009 kaum mit niedrigeren Strompreisen rechnen. Fast 60 Prozent der befragten Unternehmen rechneten mit stabilen Stromtarifen und ein Drittel erwarte sogar steigende Preise, ermittelte die Personalberatung Russell Reynolds Aossociates in Zusammenarbeit mit der Financial Times Deutschland (FTD).
Wie das Blatt weiter berichtet, sind Preissenkungen nur von einem Bruchteil der Befragten zu erwarten. Die gesunkenen Kosten der zur Stromproduktion wichtigen Rohstoffe würden nicht an die privaten Verbraucher weitergereicht. Grund dafür sei nach Branchenangaben die verzögerte Weitergabe der hohen Großhandelspreise an der Leipziger Strombörse EEX von Mitte vergangenen Jahres. Ausgerechnet zu solchen Spitzenpreisen hätten sich viele Stadtwerke langfristig eingedeckt.
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