Norbert Rehm als Ehrenbürger der Stadt?
Der altehrwürdige Senior der AFZ will Norbert Rehm zum Ehrenbürger ausrufen und sorgt sich um den VfR Aalen. „Platz drei von henda, des is a Graus“, ...
Wo bleibt der OB?
Meckereck: Der fehlende Martin Gerlach wird gescholten
Es wurde wieder mal richtig deftig für die Stadtregierung. Vor allem OB Martin Gerlach wurde ausgebuht, weil er mal wieder beim Skifahren war, anstatt den Tiraden beim Sauren Meckereck zu lauschen. Auch die Lästermäuler und der Narro vom Fass schlugen kräftig zu. Von der Eisbahn bis zum Krieg mit den Ortsvorstehern, alles wurde knitz vermeckert.
Aalen. Der Narro vom Fass, mit bürgerlichem Namen Dr. Eckbert Hering, bastelt sogar einen Refrain: „Doch warum fehlt, o jehmineh! Schon seit Jahren der OB?“ Die Zuschauer im Foyer des Rathauses sprechen mit, und rufen lautstark „Buuuuuuh“, weil das Stadtoberhaupt nicht den Spott der Narren erträgt. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger, der sich wie jedes Jahr einen kräftigen Pfeifle-Applaus abholen darf.
So halten Theo Fehrenbacher, verkleidet als Harley-Davidson-Motorradfahrer, und Jutta Heim-Wenzler im rosafarbenen Kostüm die Fahne hoch, klatschen Tapfer mit und singen „Uiuiui“ und „Auwauwau“, wenn es allzu dicke kommt für ihren Chef. Der bekonmt aber nun wirklich sein Fett von allen Seiten ab. „Denn er denkt, so gut wie er, macht es keiner, so glaubt er“, reimt der Narro. Und die „Lästermäuler“ Gisela Baugärtner, Suse Behringer, Rita Fürst, Trude Ulrich, Petra Kraft, Uta Rudolph und Ursula Hintz gehen dann gleich in die Vollen. „Do schnallsch ab“, schimpfen sie zur Stadtpolitik.
Der OB wird dann schon mal als „Ogschicktle“ verspottet. Eine Gesamtplanung fehle, und Gerlach kommuniziere mit Dezernenten und Farktionschefs nur noch per Brief. „Des isch unbegreiflich blöd, und wir Bürger verstehen das net“, reimen die Damen. Uiuiui, auwausau, das hat gesessen.
Eher nett die Anekdote, wie Gerlach bei der Verabschiedung von Tiefbauamtsleiter Jörg Hägele den Blumenstraß für die Ehefrau vermisst, und kurzerhand das Blumengesteck umnützt. Und dann lästern die sechs Damen über die Schlingnatter auf dem Königer-Gelände, die nicht nach Essingen ausgewildert werden durfte: „Die Natter isch a Olamere, die Stadt verlässt die net.“
Auch der Landrat Klaus Pavel, im hellroten Sakko und mit ländlicher Krawatte, bekommt einen Seitenhieb für das Limestor in Dalkingen: „Sommers da ist es heiß, da hältsch drin net aus, und dei Vögel weichen dem Bau nicht aus.“
Neu dabei sind die Nachtwächter Manfred Geissler und Markuss Geisser, die über das Baustellenchaos in Aalen im Jahr 2010 sinniert haben: „Ich weiß nicht, wo ich hingefahren bin, morgens war ich plötzlich beim Taubenschlag.“ In alter Tradition hingegen schlägt „Taxi-Horst“ Aipperspach zu. Er schimpft auf die Autorennen auf der Stuttgarter Straße. Und den Blitzern: „Mit diesen Hightech Säulenbrocken, will man eh nur uns Bürger abzocken.“
Und natürlich darf die lebende Legende Eugen Hafner nicht fehlen. Er schleudert als Brezge-Blase seine Brezeln mit solcher Wucht ins Publikum, dass so manches Glas umfällt. Der altehrwürdige Senior der AFZ will Norbert Rehm zum Ehrenbürger ausrufen und sorgt sich um den VfR Aalen. „Platz drei von henda, des is a Graus“, meint er.
So wird also in der letzten Sitzung mit Roland Fürst als Narrenpräsident wieder ordentlich auf die Sahne gehauen. Auch der Wirtschaftsförderer Wolfgang Weiß kommt im „Aalener Lied“ am Ende dran: „In Tübingen kriegt Weiß mehr Geld, in Aalen ihm’s nicht mehr gefällt“, wird da kollektiv gereimt, und dann natürlich „Jupeidi und judheida.“ Denn Aalen ist halt doch eine schöne Stadt. Nur im Rathaus sei es still und leise, heißt es: „Diesen Stillstand kannst du spüren, keiner tut kommunizieren.“ Das gibt einen Stufe-3-Applaus. Nach dem Skiurlaub hat der OB wohl viel zu tun ...


