Das Eule-Projekt gewinnt an Fahrt
AALEN: Das EU-Leuchtturmprojekt, kurz Eule, kann in die nächste Phase treten. Der Gemeinderat gab grünes Licht. Die Stadt wird die Planungen für das Innovationszentrum vorantreiben.
Von unserem Korrespondenten Ulrich Geßler
Zunächst schien der Gemeinderat, das Vorhaben ohne größere Aussprache passieren zu lassen. Bis Dr. Friedrich Klein das Wort ergriff und erhebliche Mängel in der geplanten Organisationsstruktur des künftigen Innovationszentrums bemängelte. So jedenfalls könne man dieses Konzept nicht verabschieden. Stolpersteine fand auch Norbert Rehm (Aktive Bürger). Zum Beispiel suchte der Stadtrat vergeblich nach Angaben zu den Folgekosten für dieses seiner und auch anderer Ansicht nach bedeutendsten Vorhaben in Aalen in den nächsten Jahren.
Wie schon in der Vorberatung im Ausschuss kreiste die Debatte um den zu gründenden Förderverein, darum, wer die Mitglieder für diesen Verein gewinnt und wie das mit der Finanzierung eines Innovationsmanagers aus der Kasse dieses Vereins funktionieren soll. Was ist, wenn der Verein das Geld nicht aufbringt, war die bange Frage. Dann hängen die Kosten doch wohl bei der Stadt, gab Grünensprecher Michael Fleischer zu bedenken.
Für das Gesamtkonzept spiele das überhaupt keine Rolle, sagte Dr. Ulrich Klauck (SPD). Zumal die Betreibergesellschaft, an der Stadt und Hochschule zu je 50 Prozent beteiligt sind, zu Beginn kein Geld habe. Das lässt sich erst später aus den Mieten erwirtschaften. Da müsste die Wirtschaft sowieso einsteigen, glaubt deshalb Klauck. Auf die Wirtschaft baut auch die Verwaltung. Denn Firmen sollen Mitglied im Förderverein werden und so das nötige Geld zur Finanzierung des Innovationsmanagers beisteuern. Hinter diesen Überlegungen der Verwaltung steht die CDU. Das signalisierte Hartmut Schlipf. Der Stadtrat betonte, Eule sei zum Erfolg verurteilt. Mit einem Vertagungsantrag versuchte Monika Schlipf (Grüne) noch eine Abstimmung über das Betriebskonzept zu verhindern. Sie scheiterte.
Indes, einmal in Fahrt, nahm die Debatte über Eule immer mehr an Fahrt auf. Bis Uschi Barth (CDU) der Kragen platzte, und sie einen Antrag auf Ende der Debatte stellte. Man sei sich einig gewesen, diese Dinge im Beirat zu besprechen und nicht im Gemeinderat zu zerreden, begründete sie ihren Antrag. Fleischer stellte den Gegenantrag und unterlag.
Nachspiel: Rehm glaubte, bemerkt zu haben, dass OB Martin Gerlach Uschi Barth zu diesem Antrag aufgefordert hatte. „Das ist läppisch“, winkte die Stadträtin ab. Und Gerlach ergänzte: „Wie gut sind eigentlich unsere telepathischen Fähigkeiten?“


