Politisches Programm: Stadtwerke
Norbert Rehm (aktive Bürger Aalen) stellt die Grundsatzfrage:
Sind die Bürger für die Stadtwerke da – oder umgekehrt?
Norbert Rehm: Grundsatzentscheidung muss gefällt werden.
Mehr Transparenz bei den Stadtwerken notwendig / Preise überhöht / Bürger sollen sich äußern.
Aalen. (NR).
Es ist ja gut, wenn die Stadtwerke zu einem modernen Dienstleister gemacht werden – und zwar nicht zum Selbstzweck sondern für die Bürger. Seither war ich zwar der Meinung, dass der Kunde (hier der Bürger) der König (sprich die Nummer 1) ist. Neue Maxime bei den Stadtwerken scheint zu sein, dass der Chef sein erster Kunde (Müller ist Kunde Nr. 001) ist.
Wollen wir hoffen, dass es außer dem Chef auch noch richtige Kunden gibt und es am Schluss nicht heißt: Cord Müller ist allein im Stadtwerkeheim……..
Rafael Binkowski berichtet über einen Chef der Stadtwerke, der jetzt die Erlösung bringt – und natürlich ist Norbert Rehm der “Dauernörgler”. Dass Cord Müller einen geselligen Umgang mit Stadträten und Journalisten pflegt mag durchaus ein Gewinn und ein Mehrwert für die ausgewählten Stadträte und die Journalisten sein.
Daß Müller großzügig informiert und die Anfragen (des Dauernörglers) mit enormer Akribie erledigt ist schlichtweg falsch. So falsch wie die Grundeinstellung zu der Neuausrichtung:
Hier unterscheiden sich die AKTIVEN BÜRGER und ich von Cord Müller, dem OB und allen Gemeinderäten: Für mich sind die Stadtwerke nur Mittel zum Zweck: es müssen die Bürger und Unternehmen in Aalen preiswert und versorgungssicher mit Energie versorgt werden. Punkt.
Der Gewinn der Stadtwerke entsteht dadurch, dass die Bürger und Unternehmen in Aalen mehr für die Energie bezahlen müssen, als bei den Stadtwerken Kosten entstehen. Private Unternehmen sollen/wollen/müssen Gewinn machen.
Hier sieht es anders aus:
Und jetzt kommt der Chef daher und hat “Probleme” entdeckt, die er durch einen radikalen “Umbau” lösen will:
Da steht doch tatsächlich zu lesen, dass die Wettbewerbshüter den Werken das Leben schwer gemacht haben: Bislang konnte er von den Gebühren (einige Millionen) gut leben.Also: Der Gesetzgeber musste die Gebühren (Entgelte) zwangsweise senken, weil alle immer gegen den “Dauernörgler” Rehm (bei den blöden kalkulatorischen Kosten) gestimmt haben. Und wer sind denn eigentlich die Nutzer in Aalen, die andere Stromanbieter wählen? Das sind doch unsere Bürger, denen die Stadtwerke zu teuer waren – weil die –rechtswidrig- die Preise (wegen der zwangsweise gesenkten Netzentgelte) für die eigenen Kunden nicht gesenkt haben – nur für die Großabnehmer – weil die sonst auch noch abgehauen wären. Ob es ein Trost ist: diese “Einbrüche” kamen auch Aalener Bürgern zu Gute – allerdings nur denen, die den Stadtwerken den Rücken gekehrt haben.
Immerhin hat Müller als Problem erkannt, dass viele Kunden zur Konkurrenz laufen. Aber warum denn? Doch nur, weil die Stadtwerke –viel- zu teuer sind – siehe Mißbrauchsaufsicht oder www.verivox.de
Gesellig mag Müller sein, auch dass er die Presse großzügig informiert. Fakt ist aber: Der Stadtrat ist noch nie so schlecht informiert worden wie unter Müller/Gerlach. Im Gemeinderat werden keine Fragen beantwortet, allenfalls Aussagen zu nicht gestellten Fragen gemacht. Lageberichte und Prüfbericht zu Wirtschaftsplänen und Bilanzen werden einfach nicht vorgelegt. Und wenn der “Dauernörgler” Rehm im Gemeinderat die Unterlagen vehement fordert - Gerlach und Müller stellen fest, dass es schon spät sei und Rehm doch die Zeit der Kollegen nicht so strapazieren solle. Und der Gemeinderat findet dies dann lustig. Dagegen war ja sogar der Machtmensch Pfeifle mit Kohn ein “Dreamteam” an Teamgeist und Information: Am Schluss wurde gar darüber konkret gesprochen, Aufsichtsratssitzungen öffentlich zu machen. Alles Schnee von gestern.
Die “strategische” Entscheidung für ein Kohlekraftwerk in Brunsbüttel war sicher keine Ruhmestat sondern ein großer Mist (nicht die Tatsache, auf mehrere Pferde zu setzen usw.) Zudem weiß – wegen fehlender Information – niemand, was eigentlich beschlossen wurde. Fakt ist nur, dass der Gemeinderat falsch und unvollständig informiert wurde – und dass viele Städte aus der Dreckschleuder und dem nicht überschaubaren finanziellen Risiko wieder aussteigen.
Eine kleine Revolution plant Müller dann noch beim Wasser: Die, die weniger verbrauchen, sollen mehr bezahlen. Eine Idee, auf die sicher nicht jeder gekommen wäre. Nur: Ob sich die Bürger das gefallen lassen sollen? Auch hier scheint Devise zu sein: Die Kleinen bestrafen – die Großen würden es sich ja nicht gefallen lassen. Und bis der Stadtrat durchsteigt ist es durch.
Bei einem solchen “Umbau” der Stadtwerke scheint Gefahr im Anmarsch zu sein: Ich möchte die Bürger aufrufen, über die o. g. Grundsatzfrage nachzudenken. Wer sich dieser Auffassung anschließen möchte bitte ich um Kontaktaufnahme. Es scheint notwenig, rechtzeitig und massiv die Interessen der Bürger gegen diese “Neuausrichtung” zu organisieren. Es ist mehr Transparenz notwendig und mehr Mitbestimmung durch die Bürger/Gemeinderäte. Auch ein bisschen Kontrolle schadet der Verwaltung nicht.
Ob wir das schaffen? Yes, we can.
Wir müssen nur rechtzeitig gegensteuern. Bestraft wird man bekanntlich, wenn man zu spät kommt.
Norbert Rehm
(aktive Bürger Aaelen)


